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Die Idee klingt einfach: eine erfolgreiche Lösung einmal entwickeln und dann vielfach verkaufen – in neue Anwendungen, neue Branchen, neue Märkte. Skalierung ist das Versprechen, mit dem Lösungs- und Komponentenhersteller im Maschinenbau wachsen wollen, ohne dass Kosten und Komplexität im gleichen Maß mitwachsen. In der Praxis scheitert dieses Versprechen selten an der Lösung selbst. Es scheitert am Portfolio, das sie umgibt.
In den Unternehmen, die ich kenne, wiederholen sich drei Muster:
Alle drei Muster haben dieselbe Wurzel: Das Portfolio ist über Jahre gewachsen, aber nie strategisch bereinigt worden. Skalierung setzt Fokus voraus – und Fokus setzt voraus, dass man weiß, worauf.
Der erste Schritt ist analytisch. Eine 80:20-Analyse legt offen, welche Produkte und welche Kunden den Umsatz und – wichtiger – die Marge tatsächlich tragen.
Im Maschinenbau ergibt sich fast immer dasselbe Bild: Ein kleiner Teil des Portfolios erwirtschaftet den weit überwiegenden Teil des Ergebnisses,
während ein langer Schwanz von Artikeln Komplexität erzeugt, ohne nennenswert beizutragen.
Entscheidend ist, die Analyse auf beiden Achsen zu führen – Produkte und Kunden – und die Margenbetrachtung auf eine korrekte Kostenverrechnung zu stützen.
Ein Portfolio, dessen Kostensätze verzerrt sind, führt die Analyse in die Irre.
Warum das in vielen Unternehmen der Fall ist, zeigt der Beitrag Warum Preisfindung im Maschinenbau historisch gewachsen ist.
Die Analyse allein verändert nichts. Der zweite Schritt ist die konsequente Bewirtschaftung des langen Schwanzes – Artikel für Artikel, mit einer klaren Entscheidungslogik:
Aus der einmaligen Bereinigung wird so ein dauerhafter Prozess: ein strategisches Product Lifecycle Management, das verhindert, dass das Portfolio in fünf Jahren wieder dort steht, wo es heute ist.
Aus meiner Erfahrung lässt sich das Portfolio auf diesem Weg um mehr als 30 Prozent verkürzen – bei steigender Marge. Der eigentliche Gewinn liegt aber tiefer: Konstruktion und Supply Chain gewinnen die Kapazität zurück, die bisher der Artikelpflege diente. Der Vertrieb hat ein Angebot, das er überblicken und aktiv steuern kann. Und die Organisation konzentriert ihre Ressourcen auf die Schlüsselprodukte, mit denen sie wachsen will.
Erst jetzt sind die Voraussetzungen für Skalierung erfüllt: Die Lösung, die in neue Anwendungen und Märkte gebracht werden soll, hat den Fokus, die Kapazität und die Incentivierung hinter sich, die sie braucht.
Eine Portfoliobereinigung erzeugt Gegenkräfte – und zwar zuverlässig. Der Vertrieb fürchtet um Kundenbeziehungen, die Konstruktion hängt an Produkten, die sie entwickelt hat, und jeder abgekündigte Artikel hat irgendwo im Haus einen Fürsprecher. Wer das ignoriert, scheitert nicht an der Analyse, sondern an der Umsetzung.
Drei Dinge entscheiden darüber, ob die Transformation gelingt:
So wird aus einem gewachsenen Portfolio ein fokussiertes – und aus einer guten Lösung ein skalierbares Geschäft. Mehr zu meinem Vorgehen finden Sie unter Pricing & Portfolio.
Im Sales Check-up analysiere ich in 5 Arbeitstagen Ihr Portfolio, Ihr Pricing und Ihre Vertriebssteuerung.
Sie erhalten eine priorisierte Umsetzungsliste mit Potenzialabschätzung und entscheiden selbst, was Sie umsetzen.